Mach doch dein Ding
- Nicole Behrend

- 15. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
„Mach doch dein Ding“ – so weit, so gut. Aber in den meisten Kommentaren, die so oder so ähnlich beginnen, geht es dann in diversen Abwandlungen weiter mit „aber nicht in der Öffentlichkeit“ oder „aber bitte zuhause“. Die Öffentlichkeit schließt hierbei die sozialen Medien mit ein, heißt insofern: bitte nicht nur zuhause, sondern natürlich auch nicht posten.
„Wir“ müssen uns ja immer in den Mittelpunkt stellen, „unser“ Leben breittreten. Wie so oft wird hier mit Verallgemeinerungen gearbeitet. Es wird mir vorgeworfen, dass ich aus meinem Leben poste, obwohl es keinen interessiert.
Ich fange mit dem Thema Öffentlichkeit an.Doch, in der Öffentlichkeit, denn ich bin ein – wenn auch nur ein winziger – Teil der Öffentlichkeit. Ich habe mein Recht, mich in dieser zu bewegen wie alle anderen auch. Ebenso wie die, die ich persönlich dort auch nicht sehen möchte, aber akzeptiere, dass es sie gibt. Dies gilt auf der Straße ebenso wie im Internet. Allerdings birgt das Internet den Vorteil, einfach weiterscrollen oder blocken zu können. Diese Option bietet sich jenseits der digitalen Welt leider auch mir nicht. Sehr schade nur, dass einigen Menschen die Social Media Kompetenz fehlt. Sie scheinen weder die Funktion des Blockierens noch des Weiterscrollens zu kennen. Auch die Frage „Warum sehe ich sowas?“ verwundert mich immer wieder. Fragen sich diese Menschen das auch bei anderen Themen, die ihnen vom Algorithmus angezeigt werden? Ich bin mir sicher, ich stelle nicht irgendwelchen Menschen meine Posts direkt in die Timeline bei Facebook.
Zum Thema „in den Mittelpunkt stellen“: Präsentiere ich mich auf meinen Social-Media-Kanälen? Ja, das mache ich. Warum auch nicht? Das machen unglaublich viele, denn das ist ein Teil von Social Media. Ich kann und will mich nicht mit irgendwelchen Z-Promis vergleichen (ich will auch ganz sicher nicht in den Dschungel 😂), aber warum sollte ich dann nicht über mein Leben posten dürfen? Warum sollte ich nur privat posten? Es gibt keinen validen Grund. Es würde mir sicherlich das Online-Leben einfacher machen. Ich müsste weniger Dreck lesen, weniger Menschen blockieren und weniger Kommentare löschen müssen.
Aber!
Ich würde Menschen nicht mehr erreichen, die mich noch nicht kennen und mir schreiben, dass sie Mut schöpfen bzw. ich ihnen Kraft gebe. Ich würde Menschen nicht erreichen, die mir schreiben, dass sie sich noch nie Gedanken gemacht hätten und mit denen ich mir noch immer privat schreibe. Ich würde sehr positive Kommentare nicht bekommen, die sagen, dass man erst beim Lesen der anderen Kommentare verstanden hat, worum es bei meinen Posts ging.
Social Media haben mir geholfen, mich zu dem zu entwickeln, die ich heute bin. Vielleicht poste ich zu viel, vielleicht zu wenig, aber eines werde ich ganz sicherlich nicht mehr machen – mich verstecken, weil andere das wollen.
Danke an alle, die mir beistehen und mich mit ihren Kommentaren und auch sonst unterstützen.
Bis bald
Eure Nicole






Genau so ist es richtig liebe Nicole…. Du musst und sollst dich nicht verstecken. Wir leben in einer freien Welt.