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Sichtbarkeit

  • Autorenbild: Nicole Behrend
    Nicole Behrend
  • 17. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Ich nehme das Wort Sichtbarkeit häufig in mich betreffendem Kontext wahr, das hat mich dazu gebracht darüber nachzudenken und darüber zu schreiben, was Sichtbarkeit für mich heißt.


Für mich gibt es nicht DIE Sichtbarkeit und DIE Auswirkung oder Wahrnehmung selbiger. Die Wahrnehmung wandelt sich über die Zeit oder die Frage, für wen man sichtbar ist.


Als Jugendliche hieß Sichtbarkeit vor allem eines – erwischt werden. Wäre ich sichtbar gewesen hätte es bedeutet, dass meine Eltern, Großeltern oder andere mich entdeckt hätten. Diese Vorstellung löste damals – und über Jahrzehnte hinweg – vor allem eines aus: Angst. Ja, es war oft auch ein bisschen aufregend. Doch Sichtbarkeit bedeutete nicht nur Bedrohung durch andere. Es gab auch eine stille, wertvolle Dimension: die Sichtbarkeit für mich selbst. Sichtbarkeit hieß auch, dass ICH mich sehen konnte. Es hieß, dass ich im Spiegel sah, dass ich real existierte und nicht nur eine Fantasie war. Ich konnte mich auf Fotos betrachten, ich konnte ich sein. Diese Sichtbarkeit tat mir schon damals gut.


Auch die Gründe, warum ich mich selbst sichtbar machte, waren unterschiedlich. Es gab den Drang nach Freiheit, wie es in Basel geschah. Es gab den Versuch mich nicht mehr verstecken zu können, wie es am Anfang im Internet war. Es gab die ersten unsicheren Schritte der Selbstständigkeit und es gibt mittlerweile die vollkommen selbstverständliche und selbstbewusste Sichtbarkeit.  


In der zeitlichen Entwicklung wich die Angst ab 2017 nach und nach, aber es blieb Stress. Es blieb Aufregung und Anspannung. Zumindest was die Sichtbarkeit für andere betrifft. Die Sichtbarkeit für mich selbst war es, die mir Mut machte – und die mir ermöglichte, den nächsten Schritt zu gehen.


Was ist Sichtbarkeit für mich jetzt? Es gibt keine Intentionen, warum ich mich sichtbar mache, ich bin es, weil ich existiere. Aber es gibt natürlich Unterschiede, wie ich es mache. Mal Jeans und Sneaker, mal ein Rock, Pumps und ein zartes Spitzentop – je nachdem, wie ich mich fühle, wie ich wirken will. Es gibt immer noch einen Unterschied zwischen der Sichtbarkeit für andere und für mich selbst. Mich selber zu sehen ist einfach nur noch Akzeptanz meiner selbst. Sichtbarkeit für andere – manchmal Bestätigung, manchmal auch ein Stirnrunzeln. Aber vor allem ist sie eines geworden: Selbstverständlichkeit.


Ich bin sichtbar, weil ich da bin – nicht, weil ich mich rechtfertigen muss. Meine Gedanken, meine Gefühle.


Alles Liebe


Eure Nicole


ree


 
 
 

1 Kommentar


Marie M.
Marie M.
17. Juli

Toll auf den Punkt gebracht! Schön, dass Selbstverständlichkeit jetzt sein darf.

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